Die revolutionäre Idee ist Kleinstkredite an Arme zu verleihen. Das galt vor einigen Jahren. Mit sogenannten Mikro-Krediten lässt sich die grösste Not lindern, doch Jobs, die dauerhaft das Einkommen vieler Menschen sichern, entstehen nicht. Die Idee muss weiterentwickelt werden.
Die 20-jährige Ega wollte unbedingt ihre Familie aus dem Elend befreien. Sie nahm einen Kredit von 166 Euro von einem Mikrofinanzinstitut und kaufte eine Nähmaschine. Neben ihrem Studium wollte sie für Nachbarn in ihrem indischen Dorf nähen. Alles lief gut an, bis die Familie einmal die Zinsen nicht zahlen konnte. Die junge Frau nahm dann den zweiten Kredit auf, einen dritten und einen vierten. Doch das Familieneinkommen reichte nicht, die auflaufenden Zinsen und Rückzahlungen zu leisten. Die Geldverleiher waren nicht zimperlich. Am Ende schlugen sie der Mutter vor, die Tochter an ein Bordell zu verkaufen.
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